Von Jörg Somborn
Vorfreude paart sich mit Unsicherheit. Das Kribbeln im Bauch betrifft nicht nur die gespannte Erwartung auf das mögliche neue Zuhause, sondern auch das Gespräch mit der Bank.
Wenn eigenes Eigentum in Planung ist, dann haben viele Paare oder auch Alleinstehende oft die meiste Angst vor der Baufinanzierung: Denn die Finanzierung steht und fällt mit dem Eigenkapital. Wie viel Eigenkapital brauche ich zum Eigentumskauf? Ist eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital möglich? Und vor allem: Wie kann ich bestmöglich mein Eigenkapital aufbauen?
Als Experte für Baufinanzierung in Krefeld möchte ich Ihnen die Angst nehmen: In diesem Artikel finden Sie neun wichtige Tipps rund um das Thema „Eigenkapital aufbauen“.
Um zu verstehen, warum Eigenkapital für die Baufinanzierung so wichtig ist, müssen wir uns mit der Kostenaufstellung rund um den Immobilienkauf beschäftigen. Hier spielen die Nebenkosten eine große Rolle. Denn kaufen Sie ein Haus, kommen in der Regel bis zu 15 Prozent an Nebenkosten auf den Kaufpreis drauf.
Mit folgenden Nebenkosten beim Immobilienkauf müssen Sie rechnen:
– Grundgewerbssteuer mit 6,5 % in NRW
– Notargebühren und Grundbucheintragung mit 2 %
– ggf. Maklerkosten mit 3,57 % (kann variieren)
Als Baufinanzierungsberater rate ich Ihnen, mindestens die gesamten Nebenkosten als Eigenkapital mitzubringen. Denn dann bekommen Sie bei Ihrer Bank eine „100 % Finanzierung“. Bringen Sie sogar mehr Eigenkapital mit, sinkt der Zins für Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung immer weiter und Sie finanzieren immer günstiger. Ideal wäre ein Eigenkapital zwischen 10 und 30 %, um einen günstigen Baukredit bei Ihrer Bank zu erhalten.
Beispiele dazu finden Sie übrigens auch im beistehenden Video.
Ich erlebe in Kundengesprächen immer wieder, dass der Bausparvertrag von vielen in der Baufinanzierung unterschätzt wird. Im Bausparvertrag erwirtschaften Sie zwar keine Rendite, aber Sie bauen Eigenkapital auf. Hat Ihre Großmutter oder haben Ihre Eltern für Sie einmal einen Bausparvertrag abgeschlossen, können Sie jetzt problemlos den Bausparvertrag auf das Eigenkapital anrechnen.
Jeder von uns hat sie und sie spielen in der Baufinanzierung eine große Rolle: Riesterrente, Lebensversicherungen und andere Sparverträge bilden Ersatzsicherheiten und lassen sich auf Ihr Eigenkapital beleihen oder anrechnen.
Ja, auch hier gibt es viele Vorurteile: Warum soll ich mein Geld in Tagesgeldkonten anlegen, wenn ich doch bei Fonds oder Aktien viel bessere Renditen erwirtschaften kann? – Der einzige Grund: Sie möchten Eigentum kaufen und benötigen verfügbares Geld. Auf dem Tagesgeldkonto bleibt Ihr Kapital ohne Schwankungen dauerhaft verfügbar.
Diesen Tipp gebe ich wirklich mit Bedacht, denn gerade in Zeiten von Corona sehen wir wieder, wie Aktien, ETFs und Fonds Schwankungen unterliegen können. Bitte nutzen Sie diese als Anlage nur, wenn es wirklich verfügbare Gelder gibt, die Sie aktuell nicht zwingend für die Baufinanzierung benötigen.
Gibt es noch eine Großtante, die Ihnen mit Ihrem Tod eh Geld vererben wollte? Haben Ihre Eltern ein Vermögen, das Sie bekommen sollen? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um mit Ihren Verwandten über Geld zu sprechen. Geld ist immer ein sensibles Thema, in jeder Familie, aber der Zuschuss zu einem Haus ist ein tolles Bild, um zu Lebzeiten in die Zukunft seiner Lieben zu investieren.
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Einige Arbeitgeber bieten an, Ihnen Kredite zu ermöglichen. Auch hier müssen Sie selbstverständlich Zinsen begleichen. Rechnen Sie allerdings den Kreditbetrag auf Ihren großen Baufinanzierungskredit, dann können Sie so in der Regel über Jahre beim großen Kredit enorme Zinsen einsparen.
Sparen. Sparen. Sparen. Wer Eigentum kaufen und einen guten Zinssatz erhalten möchte, muss einfach konsequent sparen. Überlegen Sie doch einmal, ob Sie eine Fähigkeit haben, mit denen Sie nebenbei Ihre „Baukasse“ füllen können. Oft finden Sie auch noch versteckte Schätzchen im Keller oder auf dem Speicher, die Sie über Kleinanzeigen verkaufen können. Ja, auch 5.000 oder 10.000 Euro spielen am Ende beim Eigenkapital eine große Rolle.
Haben Sie ein Objekt gefunden, dann fallen auch oft Renovierungen oder Sanierungen an, die Sie anschließend umsetzen möchten. Auch dafür benötigen Sie Geld. Hier haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie beauftragen Handwerker und zahlen oder aber Sie arbeiten selbst und sparen. Die Eigenleistung, auch gerne „Muskelhypothek“ genannt, beeinflusst die Kreditsumme. Überlegen Sie sich in Ruhe, welche Posten rund um die Sanierung Sie selbst übernehmen können.
Oft gibt es im Familienbesitz bereits abgezahlte Immobilien: Vielleicht haben die Eltern oder auch die Großeltern ein Haus, das sie noch einmal mit 100.000 Euro belasten würden. Durch die Hypothek auf ein anderes Haus bekommen Sie einen günstigeren Zins bei der Bank.
Sie haben Fragen rund um die Baufinanzierung in Krefeld? Als Finanzierungsberater bin ich für Sie da.
Jörg Somborn
unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler
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